Andreas Eichenauer – Vita

Der Schlagzeuger Andreas Eichenauer über seinen Weg zum Schlagzeug, seine Lehrer, Rock, Weltmusik und seine Liebe zu Opern:

„Das erste Schlagzeug gab es aus dem Quelle-Katalog, da war ich 9. Dummerweise wurde nur die Hälfte des Sets geliefert, was Weihnachten 2001 zu einer äußerst traurigen Angelegenheit machte, aber es war ein Anfang! Es war schwarz und vorne stand „Mirage“ drauf. Die Knete, die mir die Verwandtschaft kurz darauf zur heiligen Kommunion in den Rachen warf, habe ich für einen neuen Satz Becken auf den Kopf gehauen. Bis dahin jedoch hatte ich sämtliche Wohnzimmer-Möbel und Plastikbestecke zerlegt und die Zeit wurde reif für eine geregelte musikalische Anleitung, was in dem südhessischen Dorf Groß-Rohrheim, in dem ich aufwuchs, erstmal gar nicht einfach war. Geboren wurde ich 1992 in Worms.“

Lehrer von Klotz bis Küttner

„Die alten Haudegen, die in der Rhein-Neckar-Region um Mannheim in den 60ern in den amerikanischen Clubs auftraten und zu dieser Zeit auch den Jazz in der dortigen Szene einführten, waren meine ersten Lehrmeister und Großeltern-Ersatz. Allen voran Ferdinand Mieth, mein allererster Lehrer, und die Big Band Sandhofen, meine „erste Band“. Wir zogen später nach Ludwigshafen, dort bereitete ich mich bei Marko Klotz auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule Mannheim vor, an der ich 2013 aufgenommen wurde und das Studium bei Prof. Michael Küttner im Bereich „Jazz- und Popularmusik“ aufnahm.

Unterdessen hatte ich praktisch in allen Berufszweigen, die auf einen Musiker so zukommen, Erfahrungen gesammelt: Jugendorchester, Musikvereine, die erste eigene Band als Teenager, dann Bierzelte, Weinfeste, Galas, Hochzeiten, Blueskneipe, PunkGarage, Jazzkeller, Fernsehen, Radio, Tourneen, einmal auch eine Beerdigung, Dixieland, Swing, Big Band, Rock, Worldmusic, Tanz, Tonstudio, Theater, Musical, alle Feierstunden inklusive. Also, wir waren schon auf jedem Acker zugange und auch auf ein paar richtig schönen Bühnen. Vor allem die Deutsche Weinstraße ist ein sehr gutes Pflaster für mich.“

Klassische Musik & Ethno

„Auch unterrichtet habe ich eine Weile und beinahe wäre ich noch Klarinettist geworden, aber darüber kam ich auch zum Saxophon und schließlich zum komponieren. Ich liebe Kammermusik, sinfonische Musik und Opern. Auf Burg Lichtenberg bei Kusel, der Musikantenburg in Rheinland-Pfalz nahe der französischen Grenze, war ich zuerst Schüler und später Dozent beim „Jugend Jazzcamp“. Dort lernte ich Trevor Richards kennen, von dem ich sehr viel lernte und da ging das auch los mit meinem glühenden Interesse für New Orleans, das war 2011.

Auf der Burg traf ich noch jede Menge anderer verrückter Musikanten und später kamen das experimentelle „Classic-Camp“ und „Ethno“ dazu; mit Leuten aus aller Welt rund um die Uhr Musik machen, im wahrsten Wortsinn Weltmusik. So landeten wir im Frühjahr 2016 auch in Indien, um an dem dortigen „Ethno“ teilzunehmen.“

Mein Debütalbum Bodhisattva

„Dies waren die entscheidenden Ereignisse, die das Konzept und die Ideen meines Debüt-Albums „Bodhisattva“ geformt haben, das nach zwei Jahren Vorbereitung mit dem Ende meines Studiums im Sommer 2017 zur Veröffentlichung kommt.“